Zum Inhalt springen

5. August 2026

jahdara - Journal 002 _ Die Entwicklung des eL¡jaH Revelation-Logos

Auf der Suche nach der visuellen Sprache eines Werkes

Anlass

Mit der Arbeit am Logo von eL¡jaH Revelation stellte sich eine grundlegend andere Aufgabe als zuvor beim jahdara-Signet.

Das Signet sollte die Urheberidentität sichtbar machen.

Das Werklogo dagegen musste die Welt des Projekts selbst verkörpern.

Es sollte nicht wie ein gestalteter Titel wirken, sondern wie ein Zeichen, das aus dieser Welt stammt.

Eine andere Richtung

Frühe Entwürfe orientierten sich an einer klassischen englischen Wortmarke. Sie funktionierten zwar typografisch, blieben jedoch zu vertraut.

Je länger ich mit ihnen arbeitete, desto deutlicher wurde, dass Lesbarkeit nicht das eigentliche Ziel war.

Das Logo sollte nicht zuerst gelesen werden.

Es sollte zuerst wirken.

Diese Erkenntnis führte zu einer neuen Richtung: einer japanischen Fassung des Titels.

Nicht als dekoratives Zitat und auch nicht, um dem Werk einen exotischen Charakter zu geben, sondern weil die Schriftzeichen eine stärkere grafische Eigenständigkeit besitzen. Sie funktionieren als Form ebenso wie als Sprache.

Vom Buchstaben zur Masse

Mit dieser Entscheidung veränderte sich auch die Arbeitsweise.

Ich dachte nicht länger in Linien oder Konturen, sondern in schwarzen Flächen und ausgesparten Räumen.

Die weißen Bereiche wurden nicht gezeichnet. Sie entstanden als Öffnungen innerhalb einer zusammenhängenden Masse.

Dadurch wirkte das Logo weniger wie Typografie und mehr wie ein konstruiertes Objekt.

Diese Idee wurde zu einem der prägenden Prinzipien des gesamten Entwurfs.

Ein gemeinsames System

Im weiteren Verlauf entstanden mehrere Varianten. Einige orientierten sich stärker an der tatsächlichen japanischen Schrift, andere wurden technischer, blockhafter und architektonischer.

Entscheidend war dabei weniger die einzelne Form als das gemeinsame Regelsystem.

Gleiche Winkel.

Gemeinsame Linienstärken.

Ein einheitliches Raster.

Das Logo sollte nicht wie eine Folge einzelner Zeichen wirken, sondern wie ein zusammenhängendes System.

Genau darin begann es seine eigene Identität zu entwickeln.

Abgrenzung zu jahdara

Während sich das Werklogo immer stärker in Richtung Monumentalität, Technik und Dichte entwickelte, wurde gleichzeitig klar, dass es niemals dieselbe Sprache sprechen durfte wie jahdara.

Das Werk darf schwer, industriell und geheimnisvoll wirken.

Die Urheberidentität dagegen soll ruhig, offen und zeitlos bleiben.

Erst diese bewusste Trennung ließ beide Identitäten eigenständig werden.

Sie gehören zusammen, erzählen jedoch unterschiedliche Geschichten.

Aktueller Stand

Heute wirkt das Logo nicht mehr wie eine gestaltete Überschrift.

Es besitzt zunehmend den Charakter eines Artefakts.

Nicht als Etikett des Werkes, sondern als Teil seiner Welt.

Die nächsten Schritte bestehen darin, das modulare System weiter zu verfeinern, den Rhythmus der Zeichen auszugleichen und die Wirkung der Negativräume bis in die kleinsten Details zu überprüfen.

Die Form steht noch nicht endgültig fest.

Ihre Richtung jedoch ist eindeutig geworden.

Nicht:

Wie schreibe ich den Titel?

Sondern:

Wie könnte dieser Titel aussehen, wenn er innerhalb der Welt von eL¡jaH Revelation selbst entstanden wäre?