Prakāśa
Englisch
Luminosity
Sanskrit
प्रकाश
IAST
Prakāśa
Aussprache
Pra-kā-sha
Wörtliche Bedeutung
Licht · Leuchten · Offenbarung · Helligkeit
Wortart
Substantiv, maskulin (Sanskrit)
Allgemeine Bedeutung
Prakāśa bedeutet wörtlich „Licht“, „Leuchten“ oder „Offenbarung“. Im philosophischen Kontext bezeichnet der Begriff nicht physisches Licht, sondern das Licht des Bewusstseins – jene grundlegende Fähigkeit, durch die überhaupt etwas erscheinen, erkannt und erfahren werden kann.
Bedeutung im Kaschmirischen Śivaismus
Im nichtdualen Kaschmirischen Śivaismus beschreibt Prakāśa die selbstleuchtende Natur des absoluten Bewusstseins (Śiva). Bewusstsein benötigt kein anderes Licht, um sich selbst oder die Welt wahrzunehmen. Es ist selbst das Licht, durch das jede Erfahrung möglich wird.
Prakāśa ist daher keine Eigenschaft des Bewusstseins, sondern sein Wesen. Alles, was erscheint – Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Wahrnehmungen, Raum, Zeit und Materie – erscheint innerhalb dieses Lichtes des Bewusstseins.
Allein betrachtet wäre Prakāśa jedoch reine Leuchtkraft ohne Selbstbezug. Erst gemeinsam mit Vimarśa, dem Selbstgewahrsein des Bewusstseins, entsteht die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen und schöpferisch auszudrücken. Deshalb bilden Prakāśa und Vimarśa eine untrennbare Einheit.
Bedeutung bei jahdara
Für jahdara beschreibt Prakāśa die innere Klarheit, aus der Gestaltung hervorgeht.
Ein Werk entsteht nicht zuerst durch technische Fertigkeit, sondern dadurch, dass etwas sichtbar werden möchte. Gestaltung beginnt mit einer Form von Aufmerksamkeit, in der Gedanken, Wahrnehmungen und Zusammenhänge allmählich ans Licht treten.
Das Licht, von dem Prakāśa spricht, ist deshalb kein äußeres Phänomen. Es bezeichnet die Fähigkeit des Bewusstseins, Wirklichkeit überhaupt erscheinen zu lassen. Jede Zeichnung, jeder Essay und jede Graphic Novel entsteht innerhalb dieses Lichtes und versucht zugleich, es auf eigene Weise erfahrbar zu machen.
Für jahdara ist Prakāśa daher die Voraussetzung jeder schöpferischen Arbeit. Bevor Form entsteht, muss etwas sichtbar werden.
Verwendet in
Essays · Manifest · Graphic Novels · Journal
Jede Gestaltung beginnt lange bevor die erste Linie erscheint. Sie beginnt dort, wo etwas sichtbar werden will.